Die sicherheitsdaten auf einen blick
Zusammenfassung der Sicherheitsstudien zu kreatin monohydrat.
Intrazelluläre wassereinlagerung
Die häufigste beobachtete Auswirkung ist eine Gewichtszunahme von 1–2 kg in den ersten Tagen. Diese ist auf osmotisch bedingte Wassereinlagerung in der Muskelzelle zurückzuführen. Wichtig: Es handelt sich um intrazelluläres Wasser, nicht um subkutanes Wasser. Das äußere Erscheinungsbild wird dadurch in der Regel nicht ungünstig beeinflusst.
- Intrazellulär, nicht subkutanKreatin zieht Wasser in die Muskelzelle (cell swelling). Dies unterscheidet sich von extrazellulärer Wasserretention.
- Gewichtszunahme1–2 kg in den ersten 5–7 Tagen, danach stabil. Studienlage ist hier eindeutig und konsistent.
- ReversibelNach Absetzen normalisiert sich das Wassergleichgewicht innerhalb von 2–4 Wochen.


Kreatin und die nierenfunktion
Eine der häufigsten Bedenken betrifft die Nieren. Kreatin wird zu Kreatinin abgebaut, einem klinischen Marker für Nierenfunktion. Kreatin-Supplementierung erhöht den Kreatinin-Spiegel leicht, was bei Bluttests berücksichtigt werden sollte. Jedoch zeigen Langzeitstudien (bis zu 5 Jahre) keine Beeinträchtigung der Nierenfunktion bei gesunden Erwachsenen.
- Kreatinin-MarkerErhöhtes Kreatinin durch Supplementierung spiegelt nicht eine eingeschränkte Nierenfunktion wider. Der Arzt sollte informiert werden.
- LangzeitstudienPoortmans und Francaux (2001) untersuchten kreatin-Supplementierung über 5 Jahre ohne klinisch relevante Veränderungen der Nierenfunktion.
- VorerkrankungenBei bestehenden Nierenerkrankungen sollte vor der Einnahme ein Arzt konsultiert werden. Die Datenlage für diese Population ist begrenzt.
Kreatin und haarausfall: die datenlage
Eine einzelne Studie (van der Merwe, 2009) berichtete über erhöhte DHT-Spiegel nach kreatin-Supplementierung. DHT ist ein Hormon, das bei androgenetischer Alopezie eine Rolle spielt. Jedoch konnte kein direkter kausaler Zusammenhang zwischen kreatin und Haarausfall nachgewiesen werden. Nachfolgende Studien konnten den DHT-Anstieg nicht konsistent replizieren.
- Eine einzelne StudieDie van-der-Merwe-Studie (2009, n=20) ist die einzige, die einen DHT-Anstieg berichtete. Die kleine Stichprobengröße limitiert die Aussagekraft.
- Keine ReplikationSystematische Reviews finden keinen konsistenten Effekt von kreatin auf Testosteron oder DHT über verschiedene Studien hinweg.
- Kein kausaler ZusammenhangSelbst wenn DHT leicht ansteigen sollte, ist ein kausaler Zusammenhang zu klinisch relevantem Haarausfall nicht nachgewiesen.


Gastrointestinale beschwerden
Magen-Darm-Beschwerden (Blähungen, Durchfall, Übelkeit) treten gelegentlich auf, vor allem bei hohen Einzeldosen (über 5 g). Die Wahrscheinlichkeit ist bei der Ladephase erhöht. In der Regel lassen sich diese Beschwerden durch Aufteilung der Dosis auf mehrere Einzelgaben oder Einnahme mit Mahlzeiten reduzieren.
- Dosis-abhängigGastrointestinale Beschwerden treten hauptsächlich bei Einzeldosen über 5 g auf. Aufteilung auf kleinere Dosen hilft.
- Mahlzeiten-TimingEinnahme mit Mahlzeiten reduziert die Wahrscheinlichkeit von Magenbeschwerden deutlich.
- LöslichkeitGut aufgelöstes kreatin wird besser vertragen als nicht vollständig gelöstes Pulver.
Fragen zu kreatin nebenwirkungen
Faktenbasierte Antworten zu häufigen Bedenken.
Langzeitstudien (bis 5 Jahre) zeigen keine Beeinträchtigung der Nierenfunktion bei gesunden Erwachsenen. Der leicht erhöhte Kreatinin-Spiegel spiegelt nicht eine Nierenfunktionsstörung wider, sondern den erhöhten kreatin-Umsatz. Bei bestehenden Nierenerkrankungen sollte ein Arzt konsultiert werden.
Es gibt keinen nachgewiesenen kausalen Zusammenhang. Eine einzelne Studie (n=20) berichtete über erhöhte DHT-Spiegel, was in Folgestudien nicht konsistent repliziert wurde. Systematische Reviews finden keinen klinisch relevanten Effekt auf Hormone.
Ja, kreatin führt zu intrazellulärer Wassereinlagerung (1–2 kg). Dies ist ein normaler pharmakologischer Effekt und kein Zeichen einer Störung. Das Wasser befindet sich in der Muskelzelle, nicht im subkutanen Gewebe.
Bei einer Dosierung von 3–5 g/Tag sind keine klinisch relevanten Langzeitnebenwirkungen dokumentiert. Die längste kontrollierte Studie lief über 5 Jahre ohne auffällige Befunde.
Frühe anekdotische Berichte über Muskelkrämpfe konnten in kontrollierten Studien nicht bestätigt werden. Einige Studien zeigen sogar eine reduzierte Krämpfanfälligkeit unter kreatin-Supplementierung.